Bericht und Fotos: Paul Nienhaus

Nach ziemlich genau zwei Stunden war alles Offizielle gesagt bei der 140. Versammlung der Altenrheiner Bauerschaft. Vorsitzender Norbert Möllerfrerk hatte um 19 Uhr die Tischglocke geläutet und damit die traditionsreiche Versammlung eröffnet. Und kurz nach 21 Uhr schloss er die Sitzung, der sich ein gemütlicher Teil an der Theke anschloss.

Wie in Altenrheine nicht anders gewohnt, kam auch bei der Auflage 2019 in der ruhigen Zeit „zwischen den Jahren“, wenn für die Landwirte die Arbeit auf den Feldern ruht, alles auf den Tisch, was die Menschen im immer noch sehr dörflich geprägten Stadtteil am Kanal bewegt.
Die Regularien waren schnell erledigt. Schriftführer Klaus Bischoff verlas das Protokoll der vergangenen Sitzung, der Toten wurde gedacht und Kassierer Roger Kösters gab Einblicke in die geordneten Finanzen, so dass die Kassenprüfer Klaus Heeke und Detlef Hülsing Entlastung beantragten, die auch einstimmig gewährt wurde.


Guter Zusammenhalt
Vorsitzender Möllerfrerk hielt sich bei seinem Jahresrückblick kurz, erinnerte aber an einige Ereignisse, bei denen die Altenrheiner während der vergangenen zwölf Monate ihren guten Zusammenhalt unter Beweis stellten. So seien zur Einweihung des Russenweges im vergangenen Sommer so viele Gäste gekommen, dass sich die ebenfalls anwesenden Landrat und Bürgermeister sich äußerst beeindruckt gezeigt hätten. Die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses mit Rettungswache an der Bergstraße habe Altenrheine einen großen Fortschritt gebracht. „Jeder Altenrheiner kann sich jetzt einer schnellen Notfallversorgung sicher sein“, meinte Möllerfrerk.

Der örtliche Sportverein SC Altenrheine habe mit seinen Erfolgen – die erste und die vierte Fußballmannschaft feierten Aufstiege – genauso geglänzt wie der Bürgerpreis, den die Stadt Rheine an den Altenrheiner Heinz Akamp für sein vielfältiges Engagement im Sport- und im Taubenverein verliehen habe.

Gemeinsamen Anstrengungen vieler Freiwilliger sei es auch zu verdanken gewesen, dass das Kriegerehrenmal ein schöneres und würdigeres Umfeld bekommen habe. Und auch bei der lange ungewissen Zukunft des Lambertihauses zeichne sich eine Lösung ab.


Ehrengäste: Informationen aus erster Hand
Informationen aus erster Hand über Dinge, die den Stadtteil Altenrheine bewegen. Zu diesem Zweck lädt die Altenrheiner Bauerschaft zum Jahresende zahlreiche Gäste als Experten ein. Seinen letzten Auftritt in offizieller Funktion als leitender Pfarrer in St. Antonius von Padua, zu der auch der Lambertibezirk in Altenrheine zählt, hatte Pastor Meinolf Winzeler. „Im kommenden Jahr gebe ich die Leitungsfunktion ab und freue mich schon sehr darauf“, sagte der Pfarrer, der sich zum kommenden Pfingstfest aus dem derzeitigen Amt verabschiedet.


Pastor Meinolf Winzeler trat letztmals als leitender Pfarrer vor die Altenrheiner Bauerschaft.
Auch wenn es das brisanteste Thema für Altenrheine – die Zukunft des Lambertihauses – seinem Bauexperten Hubert Wolters überließ, konnte sich Winzeler der Dankbarkeit der Altenrheiner sicher sein. „Sie haben stets die richtigen Worte gefunden“, lobte Bauerschaftsvorsitzender Norbert Möllerfrerk den scheidenden Pfarrer. Dieser hatte zuvor den Weg als richtig bezeichnet, bei der Neugründung der Pfarrei vor fünf Jahren auf ein dezentrales Leitungskonzept gesetzt zu haben.

Bürgermeister Peter Lüttmann präsentierte einen „Kessel Buntes“ mit aktuellen Themen aus der Rheiner Kommunalpolitik.
Rheines Bürgermeister Peter Lüttmann, der schon seinen sechsten Auftritt in Serie vor der Bauerschaft feierte, hatte einen „Kessel Buntes“ mit Informationen aus der Rheiner Kommunalpolitik mitgebracht, den er präsentierte. Die städtischen Finanzen bezeichnete er als geordnet, auch wenn die geplante Absenkung der Grundsteuer B im kommenden Jahr nicht realisiert werden könne. Beim Thema Klimaschutz wünschte er sich mehr Sachlichkeit und weniger Symbolpolitik. Und dem Windpark in Altenrheine, an dem sich die Stadt Rheine mit fünf Prozent beteiligt, wünschte er viel Erfolg.


Leiterin Michaela Becks berichtete über den Umbau des Lamberti-Kindergartens.

Weitere Ehrengäste, die mit Informationen aufwarten konnten, waren der CDU-Stadtrat Martin Beckmann, der CDU-Kreistagsabgeordnete Ewald Winter und Markus Münch, der einen Brief von Canisiusschulleiterin Christa Book verlas.

 

Weiterhin gab es Präsente für verdiente Vorstände:

Heinz Exeler (l.) ist seit 25 Jahren im Vorstand tätig und erhielt ein Präsent vom Vorsitzenden Norbert Möllerfrerk..
Der aktuelle 2. Vorsitzende der Altenrheiner Bauerschaft hat die 25 Jahre „voll gemacht“, was seine Tätigkeit für den Vorstand angeht, dem er im Verlaufe des vergangenen Vierteljahrhunderts in verschiedenen Funktionen angehörte. Dafür gab es bei der 140. Auflage der Bauerschaftsversammlung am vergangenen Freitag einen donnernden Applaus und ein Präsent durch den Vorsitzenden Norbert Möllerfrerk überreicht.

 

 

Vorsitzender Möllerfrerk verabschiedete Beisitzer Hermann Kösters (r.) nach 13-jähriger Tätigkeit.

Ebenfalls ein Geschenk gab es von Möllerfrerk für Hermann Kösters, der bis zuletzt dem Vorstand als Beisitzer angehörte und sein Amt jetzt weitergab. „Du hast Dich sehr verdient gemacht, indem Du Altenrheiner zu runden Geburtstagen oder sonstigen Jubiläen besucht hast und ihnen ein Geschenk im Namen der Bauerschaft überreicht hast“, würdigte der Vorsitzende die Arbeit, die Kösters häufig im Verborgenen geleistet habe.

 

 

Die Bauerschaft Altenrheine stellt sich vor

Die 140. Bauerschaftsversammlung fand  am Freitag den 27.12.2019 um 19 Uhr im "Landhotel Hopster" in Altenrheine statt.

 

Hier folgt ein kurzer Bericht: Bauerschaftsversammlung 2019

 

Die Bauerschaft Altenrheine wünscht Euch und Euren Familien und allen Altenrheiner Bürgern 

ein gesundes Jahr 2020. 

 

Die Bauerschaft Altenrheine hat eine nachweislich lange Geschichte. Zehn Bauernhöfe werden in einer Marktroll von 1469 erwähnt. 506 Einwohner wurden in 86 Haushalten im Jahr 1864 registriert.

Die Vereinigung wurde gegründet, um gegenseitig in Notsituationen helfen zu können. Die früheren Belange wie Reinigung der Gräben Landverkauf, Brennholzzuteilung usw. stehen heute nicht mehr im Vordergrund.

Es wird zur heutigen Zeit vermehrt das Miteinander der einzelnen Vereine im Vordergrund gestellt. Hier werden neben den nötigen baulichen Maßnahmen der Verkehrssicherheit auch die traditionellen bewährten Bräuche gepflegt. So wird in der Kapelle das Angelusläuten (das morgendliche, mittägliche und abendliche Läuten) noch gepflegt. Die Sterbekasse der Bauerschaft hat noch einen hohen Stellenwert innerhalb der über 500 Mitgliedsfamilien. 

Eine Mitgliedschaft in der Bauerschaft und damit in der Sterbekasse kann jeder Altenrheiner Einwohner erlangen. Dieses ist auch Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im Schützenverein. 

Wahrzeichen der Bauerschaft Altenrheine sind das Denkmal am "Krisen Baum" und die Altenrheiner Kapelle. Ab hier startet schon seit 1676 jedes Jahr die traditionelle Fußwallfahrt nach Telgte.

Weitere jüngere markante Punkte sind die Altenrheiner Schleuse und die Canisius-Grudschule, die im Jahr 1907 gegründet wurde.

An der Grundschule wurde das Kriegerehrenmal wieder aufgebaut und dient zum jährlichen Schützenfest zum Gedenken an die Gefallenen der vergangenen Kriege.

 

In Altenrheine gilt das Motto "Einigkeit macht stark" 

 

Somit wird die Zusammengehörigkeit der Bauschaftsvereinigung gepflegt.

   

 

   
© Bauerschaft Altenrheine